Animam gementem cano…

Eindrucksvolle Kirchenmusik von Biber und Tůma, verinnerlicht dargeboten vom Pluto-Ensemble und dem Hathor Consort

Heinrich Ignaz Franz Biber ist vor allem für seine virtuosen Violinwerke populär, die in vielen Einspielungen vorliegen. Weit weniger bekannt ist, dass der Salzburger Hofmusiker auch eindrucksvolle Kirchenmusik komponiert hat. Das Pluto-Ensemble und das Hathor Consort haben jetzt gemeinsam das Requiem von Biber eingespielt, ein tief verinnerlichtes Werk, das den vertonten Text abseits von jeglichem Virtuosentum mit Ernst und Würde umsetzt. Ergänzt wird dieses Stück durch die Ersteinspielung eines Stabat Mater des böhmischen Komponisten František Tůma, entstanden 1748 in Wien, offenbar auch unter dem Einfluss des berühmten Stabat Maters von Pergolesi.

Beide Ensembles bieten gemeinsam eine perfekte und tief beeindruckende Interpretation. Geradezu beispielhaft verschmelzen die Vokal- und Instrumentalstimmen miteinander, in den homophonen Passagen bildet sich eine ideale Einheit. Die Solisten und Ripienisten ergänzen sich hervorragend, der intensive Ton, die konzentrierte Ernsthaftigkeit und der warme Gesamtklang wirken überaus angenehm. Hinzu kommen drei rein instrumentale Werke, dargeboten vom Hathor Consort, von denen vor allem die Partita von Andreas Christophorus Clamer beeindruckt. Der erste Satz dieses Stückes – Lamento überschrieben – passt sich bestens ins Gesamtkonzept ein: ernst, warm, tröstend.